Rückblick: Kinderfreizeit 2016

Den Koffer randvoll packen, die Eltern ein letztes Mal fest drücken und dann mit ein bisschen Herzklopfen in den Bus einsteigen:

So oder so ähnlich sieht es aus, wenn ein Kind mit auf die Sommerferienfreizeit der Kindergruppe Reichelsheim fährt.

Am 13. August 2016 war es dann zum 29.-mal soweit und insgesamt 26 Kinder und 13 Betreuer/Innen machten sich mit dem Reisebus am frühen Vormittag auf den Weg zur Jugendbildungsstätte Köttingen in Lindlar (Nähe Köln). Dort sollte unter dem Freizeitmotto „Detektei Kindi & Co. – Dem Verbrechen auf der Spur“ alle Teilnehmer 8 Tage voller Spaß, Freundschaft und ein bisschen Kummer erwarten, doch dazu später mehr.

Wie jedes Jahr war ein kleiner Vortrupp mit dem Kirchenbus, voll geladen mit Spielmaterialien und Einkäufen, bereits vorgefahren und hatte das Haus schon soweit hergerichtet, dass die Kinder direkt nach der Ankunft nur noch ihre Zimmer beziehen mussten. Dann ging es direkt los: Es wurden per Zufallsverfahren 4 gleichstarke Mannschaften gebildet, die gegeneinander das Chaosspiel austragen sollten. Hierbei bekommt jede Mannschaft eine Spielfigur und muss auf einem Spielfeld mit durchnummerierten Feldern per Würfel weiter bis zum Zielfeld vorrücken. Doch ganz so einfach war es dann doch nicht: um das erwürfelte Feld wieder verlassen zu können, musste im Haus oder auf dem Außengelände ein passender Zettel mit derselben Nummer wie auf dem Feld gesucht werden. Auf jedem Zettel stand eine Aufgabe oder ein Rätsel, die gemeinsam im Team gelöst werden musste. Nach 2 Stunden hart umkämpfter Würfelrunden und Suchaktionen stand endlich ein Siegerteam fest und alle wurden zum Grillplatz hinterm Haus gerufen, wo bereits knusprige Würstchen, Ofenkartoffeln und Salate darauf warteten, möglichst schnell verschlungen zu werden.

Am Abend trafen sich nochmal alle nach einer verdienten Pause im großen Saal des Hauses und spielten noch das ein oder andere Kreisspiel, bevor es nach einem gemeinsam gesungenen Vater Unser Schlafenszeit war. So ging ein actionreicher erster Tag zu Ende und ein Ende war vorerst noch nicht in Sicht.

Jeden Tag der Kinderfreizeit hatten die Gruppenleiter/Innen bereits akribisch im Voraus geplant und vorbereitet, um den Kindern möglichst viel Zeit für Spielen und Basteln, aber auch genügend Freizeit für die eigenen Vorlieben einzuräumen. Da uns das Wetter fast die gesamte Woche mit strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen beschenkte, waren uns beim Spielen keinerlei Grenzen gesetzt: auf dem angrenzenden Sportplatz wurden die Kinder mit abwechslungsreichen Ballspielen, Renn- und Fangspielen, Großgruppenspielen und sogar 3-mal Wasserspielen bei Laune gehalten. Auch Geländespiele im Wald (teilweise sogar im Dunkeln) dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Zwischendurch gab es auch immer wieder Workshops zu unserem Detektiv-Motto, in denen der bunte Abschlussabend vorbereitet wurde. Hier konnten sich die Kinder im Experimentieren mit alltäglichen Haushaltsmitteln, dem Einüben von Sketchen und Theaterstücken oder dem Herstellen von Raum- und Tischdekoration kreativ ausleben.

Auch durfte ein kleines Andenken für jeden Teilnehmer nicht fehlen: deshalb durfte jeder ein weißes T-Shirt batiken und später noch mit Farben, Aufklebern oder verrückten Schnittmustern verzieren. Das alle Teilnehmer am Ende auf den T-Shirt unterschreiben, ist natürlich Ehrensache.

Wer jedoch soviel spielt und kreativ ist, braucht natürlich auch Kraftnahrung. Damit kann unser Küchenteam bei 3 Mahlzeiten täglich dienen (und verdammt lecker war es zudem auch). Nach jedem Essen halfen Kinder wie Gruppenleiter beim Abspülen und Eindecken mit.

Ein weiteres Highlight der Woche war der Ausflug in den Klettergarten Odenthal: Dort wurden alle nach kurzer Busfahrt mit einem Sicherheitsgeschirr und Helm ausgestattet, kurz in die Kletter- und Sicherungstechnik eingewiesen und schon ging es los. Die Plattformen und Hindernisse, die an den Bäumen befestigt waren, boten allerlei Abwechslung und Nervenkitzel für große und kleine Abenteurer.

Die Stimmung auf der Kinderfreizeit war wie immer sehr ausgelassen: alle freuten sich, miteinander eine tolle Woche verbringen zu können und die eine oder andere spielerische Neckerei unter Kindern oder auch Gruppenleitern durfte natürlich nicht fehlen.

Doch es gab auch Platz für einige ruhige Momente: ob beim gemeinsamen Singen bei den abendlichen Abschlussrunden oder einfach beim Entspannen in der Sonne.

Ein weiterer Höhepunkt war die Geisterbahn durchs Freizeithaus: alle Kinder, die freiwillig mitmachen wollten, konnten in Kleingruppen das verdunkelte und düster hergerichtete Haus betreten und musste mehrere Artefakte finden, bevor es sie es wieder verlassen konnten. Hierbei traf man auf allerlei Spukgestalten und Phantome, die einem das Blut in den Adern gefrieren ließen. Natürlich gab es aber auch eine Patrouielle und Helfer, die darauf achteten, das niemandem etwas passiert und die Kinder gegebenenfalls wieder sicher aus dem Haus zum Lagerfeuer brachte, wo bereits eine leckere Portion Stockbrot wartete.

Die Woche verging wie im Flug und dann stand auch schon der letzte Tag vor der Tür. Doch der hatte es nochmal richtig in sich: die letzten Vorbereitungen für den Abschlussabend liefen auf Hochtouren, der große Saal und Speisesaal wurden mit den selbst gemachten Dekorationen geschmückt und die Kochtöpfe in der Küche standen nicht still.

Dann war es soweit: Fast wie an Weihnachten, wenn die Kinder an der verschlossenen Wohnzimmertür horchen, ob das Christkind schon da war, tummelten sich alle vor dem verschlossenen Speisesaal, bis endlich die Türen aufgingen und alle sich in die wunderbar geschmückten Saal setzten. Das Abschlussbüffet übertraf mal wieder die kühnsten Vorstellungen: gefüllte Blätterteigtaschen, lecker belegte Sandwiches, Kartoffel- und Mozzarellasalat, Braten, Minischnitzel und als Nachtisch ein frisch gebackener Apfelkuchen mit Sahne…für jeden Feinschmecker war hier etwas dabei.

Nach dem Essen ging es endlich in den großen Saal und das Abschlussprogramm nahm seinen Lauf: moderiert von der Gruppenleitung Frank und Steffen, zeigte die Sketchgruppe eine lustige Aufführung über einen missglückten Sketchauftritt, die Experimentegruppe faszinierte alle mit sich verfärbenden Gläsern und schmelzenden Gummibärchen und die Theatergruppe inszenierte einen fernsehreifen Live-Krimi mit einer skurrilen Auflösung am Ende. So ging auch der letzte Abend der Kinderfreizeit zu Ende, die meisten lagen sich in den Armen und es floss auch die eine oder andere Träne. Aber die Gewissheit, dass man sich spätestens im Jahr darauf wieder sieht, hilft auch über diesen Umstand hinweg.

So begaben sich alle Teilnehmer samstags wieder unversehrt auf die Rückreise nach Reichelsheim und schwelgten während der Fahrt nochmal ausgiebig in schönen Erinnerungen der zurückliegenden Woche. Aber die sind nicht von langer Dauer, denn die Vorfreude auf eine schöne Kinderfreizeit 2017 fängt schon an zu wachsen. 😀

Verfasser: Steffen Buchmann

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